9 Tipps für Kreative

von | 18.07.2022 | Felix' Meinung

9 kreative Tipps, um Kreative kreativ werden zu lassen

Mal Butter bei de‘ Fische: Auch kreative Menschen oder Arbeiter:innen in der Kreativbranche können nicht auf Knopfdruck kreativ sein.

Neben dem Stress, der knappen Deadlines, der manchmal sehr miesen Bezahlung und dem Unverständnis einiger intoleranter Auftraggeber:innen („Du schiebst das ja nur von A nach B“), ist kreatives Arbeiten eine der schwierigsten Disziplinen in der Kreativbranche – vor allem das Aufrechterhalten der kreativen Leistung.

Aufgrund dieser Tatsache und um – im schlimmsten Fall – möglichen Burnouts vorzubeugen, möchte ich euch hier ein wenig von meinem Credo erzählen und euch dieses zusammengefasst als 9 Tipps für Kreative weitergeben!

Tipp 1: Mach mehr als du dir vorgenommen hast!

Es klingt vielleicht etwas seltsam, aber mehr zu machen als man sich vorgenommen hat, gibt einem kreativen Menschen die Befriedigung, einen Job auch ordentlich abgeschlossen zu haben – natürlich nach bestem Gewissen!

© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur
© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur

Hiermit ist nicht gemeint, dass ihr unbezahlte Überstunden machen sollt (im Gegenteil sollt ihr eure Stunden natürlich auch nicht künstlich aufbauschen!)! Jede Leistung muss honoriert werden, sei sie noch so klein! Jeder abgehakte Punkt auf der To-Do-Liste lässt euch – und die Auftraggeber:innen – ruhiger schlafen. Achtet aber bitte ein wenig auf eure „Work-Life-Balance“, sofern ihr eine habt. Wenn ihr keine ordentliche Work-Life-Balance besitzen solltet, ist für euch sowieso jeder Drops gelutscht (Spaß). Hinter jeder Arbeit steckt noch immer ein Mensch, der mit dieser Leistung Zeit verbracht hat. Merkt euch das!

Tipp 2: Versuche neue Sachen!

Der zweite Tipp soll euch zeigen, dass ihr euch nicht immer und ausschließlich mit kreativen Tätigkeiten in eurem Bereich auseinandersetzen müsst. Seid ihr Illustrator:innen, so könnt ihr ein neues Musikinstrument erlenen. Seid ihr Texter:innen, so könnt ihr euch am Malen versuchen! Die Möglichkeiten sind grenzenlos, aber macht einfach etwas, was euch ein wenig von eurer Tätigkeit ablenkt, aber dennoch fordert – einfach zu netflixen wäre nicht Sinn der Sache (macht den Kopf dennoch manchmal wunderbar frei 😉).

© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur
© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur

Ein Beispiel:

Mir tut es extrem gut, lange Spaziergänge am Meer zu machen (einer der Vorteile, wenn man in der Innenstadt Wilhelmshavens seine Werbeagentur eröffnet hat) und dabei den Kopf frei zu bekommen. Wir haben zusätzlich zur selbstständigen Arbeit einen Hund adoptiert: die Pudeldame Ella, die immer an unserer Seite ist und uns fordert. Es ist erfrischend, die Natur zu spüren und neben dem ständigen Starren auf die Bildschirme, das Leben offline genießen zu können.

Vor der Pandemie war das Zeichnen in Cafés und der tägliche Besuch des Fitnessstudios ein wunderbarer Ausgleich zu meinem Tagesgeschäft, doch das wird sich erst mit der Zeit wieder in mein Leben schleichen können.

Was macht ihr gerne für „neue“ Sachen?

Tipp 3: Teile dein Wissen!

Der Tipp „Teile dein Wissen“ überzeugt vielleicht auch nicht direkt beim Lesen, doch: So kann erlerntes und angewandtes Wissen ideal verkörpert und gefestigt werden! Wer weiß, vielleicht hat eure Diskussionspartner:in eine andere Meinung zu eurem Wissensstand? Umso besser! Je mehr Blickwinkel ihr mitbekommt, desto besser ist es für die Erweiterung eures eigenen Horizontes!

Wir überzeugen Auftraggeber:innen von unserer Beratung und dem umfangreichen Wissen in den Themen Gestaltung, Illustration, Typografie, Layout, Farbgebung, Trends, Hypes, Mediaplanung, u. v. w.. Doch nicht nur Auftraggeber:innen sollen von unserem Wissen profitieren! Wir lieben es, Praktikant:innen aufzunehmen und sie zu schulen ihre Arbeiten zu begründen und zu reflektieren.

© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur
© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur

Das Schreiben unseres Blogs sowie unsere Planungen der Social Posts „Hilfe zur Selbsthilfe“ (dazu wird es bald einen eigenständigen Insta-Kanal geben) sind für uns eine großartige Ablenkung und lassen uns nach dem Entwerfen eines Blogbeitrags wieder kreative(re) Arbeit leisten. Hiermit ein riesiges Danke an alle, die sich die Mühe machen, diesen Blogbeitrag auch wirklich zu lesen! Ihr seid toll! ❤️

Tipp 4: Mache Pausen!

Klingt wieder doof, oder?

Keineswegs.

Es ist extrem wichtig, Pausen zu machen. Niemandem nützt es, wenn ihr von 8 Uhr bis 18 Uhr durcharbeitet und permanent überzeugen wollt. Eine Maschine muss auch mal ruhen! Es gibt eine wahrlich schöne Geschichte aus dem Buch „Komm, ich erzähle dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay, die ich hier gerne teilen möchte. Die Geschichte heißt:

Die Geschichte des Holzfällers

Es war einmal ein Holzfäller, der bei einer Holzgesellschaft um Arbeit vorsprach. Das Gehalt war in Ordnung, die Arbeitsbedingungen verlockend, also wollte der Holzfäller einen guten Eindruck hinterlassen. Am ersten Tag meldete er sich beim Vorarbeiter, der ihm eine Axt gab und ihm einen bestimmten Bereich im Wald zuwies. Begeistert machte sich der Holzfäller an die Arbeit. An einem einzigen Tag fällte er 18 Bäume. »Herzlichen Glückwunsch«, sagte der Vorarbeiter. »Weiter so.« Angestachelt von den Worten des Vorarbeiters, beschloss der Holzfäller, am nächsten Tag das Ergebnis seiner Arbeit noch zu übertreffen. Also legte er sich in dieser Nacht früh ins Bett.

Am nächsten Morgen stand er vor allen anderen auf und ging in den Wald. Trotz aller Anstrengung gelang es ihm aber nicht, mehr als 15 Bäume zu fällen. »Ich muss müde sein«, dachte er. Und beschloss, an diesem Tag gleich nach Sonnenuntergang schlafen zu gehen. Im Morgengrauen erwachte er mit dem festen Entschluss, heute seine Marke von 18 Bäumen zu übertreffen. Er schaffte noch nicht einmal die Hälfte.

Am nächsten Tag waren es nur sieben Bäume, und am übernächsten fünf, seinen letzten Tag verbrachte er fast vollständig damit, einen zweiten Baum zu fällen. In Sorge darüber, was wohl der Vorarbeiter dazu sagen würde, trat der Holzfäller vor ihn hin, erzählte, was passiert war, und schwor Stein und Bein, dass er geschuftet hatte bis zum Umfallen.

Der Vorarbeiter fragte ihn: »Wann hast du denn deine Axt das letzte Mal geschärft?« »Die Axt schärfen? Dazu hatte ich keine Zeit, ich war zu sehr damit beschäftigt, Bäume zu fällen.«

© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur
© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur

Für mich ist diese Geschichte eine treffende Metapher. Wie oft wir unseren Alltag – unser Leben – abspulen und nur die Devisen „Mit Vollgas voraus“, „So vieles muss ich noch erledigen“ und „Ich muss alles mitbekommen“ kennen.

Regelmäßige Pausen und eine langsamere Gangart sind, meiner Erfahrung nach, längerfristig erfolgsversprechender. Es schont unseren Energiehaushalt. Wir haben schließlich noch ein paar Jährchen vor uns. Und es lässt uns aufs Wesentliche konzentrieren. Wir müssen nicht alles tun. Es reicht, wenn wir die richtigen Dinge zur richtigen Zeit tun.

Tipp 5: Helvetica funktioniert immer

Kommen wir zu den visuellen Erschaffer:innen von uns. Müht euch nicht mit unzähligen Free Fonts oder im Verhältnis superteuren Fonts ab! Nutzt das, was euch gegeben wurde: Helvetica.

Funktioniert es mit dem Helvetica-Font nicht, wird es mit einem anderen Font auch schwierig.

© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur
© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur

Viele PC’s und Macs haben die Helvetica vorinstalliert. Falls das jedoch nicht zutrifft, so solltet ihr in euren Geldbeutel greifen, ein paar ETF-Sparpläne auflösen, Cryptowährungen verkaufen oder das an Freunde geliehene Geld zurückfordern und euch den Helvetica Font zulegen. 😆 Der Helvetica Font unterstützt euch zu 99,9 % in eurem Vorhaben und lässt jede Einladungskarte und Co. hochwertiger aussehen.

(Solltet ihr den Font auf Biegen und Brechen nicht bekommen, so könnt ihr auch den Arial-Font benutzen. Dieser Font wurde extra als kostenfreie Alternative zur Helvetica entworfen und hilft auch erstmal weiter. Bei dieser Aussage höre ich aber schon einige Mac-Designer brüllen, fluchen und Galle kotzen, die jedoch die Entstehungsgeschichte des Arial-Font nicht kennen. 😏)

Tipp 6: K.I.S.S.

Wer kennt es nicht? Wir wollen so individuell wie möglich, um acht Ecken gedacht und über jeden Tellerrand hinweg geschaut, gestalten. Doch verzetteln uns mittendrin, weil möglicherweise eine unvorhersehbare Änderung/Korrektur der Auftraggeber:innen reinflattert.

Ende im Gelände. Nun ist das Design zerstört. Alles von Vorne.

Das muss nicht sein. Nehmt K.I.S.S.! Keep It Simple and Stupid! (Verkaufsgespräch off)

Manchmal gestalten wir so verschachtelt wie mein Schreibstil – einfach unmöglich. Text sollte von jedem verstanden und gelesen werden können. Wenn wir zu viel schreiben oder schwafeln, interessieren sich die Rezipient:innen (Empfänger:innen) nicht mehr für die Botschaft. KISS!

© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur
© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur

Lasst den Schnörkel weg und erklärt es für nachvollziehbar für jeden Laien.

Tipp 7: Perfektion ist der Gegner der Kreation

Wir streben doch alle danach: Perfektion! Wir wollen ein perfektes Ergebnis abliefern. Schreiben wir eine Klausur in der Schule und haben uns gut vorbereitet, ist unser Streben eine 1+ – sinnbildlich für die Perfektion. Wenn wir neue Kleidung einkaufen wollen, ein kleiner Samstagsbummel durch die Innenstadt, so erwarten wir eine perfekte Passform der Jeans oder anderen Klamotten.

Das ist alles so wunderbar schrecklich.

Wir sind streben so sehr nach Perfektion, dass wir vom Wege der Kreation abkommen. Lasst die Sachen einfach passieren.

© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur
© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur

Natürlich ist es schön, wenn der Anzug ordentlich sitzt, doch ist es in der Situation nicht wichtiger, dass du da bist, authentisch und dich wohlfühlst? Lasst euch nicht von der Perfektion, sondern eurem Leben leiten.

Sachen perfekt machen zu wollen, blockiert uns zu häufig, etwas wirklich großartiges zu erschaffen!

Tipp 8: Gehe Risiken ein!

Was wäre das Leben ohne ein wenig Adrenalin? Klar, hierbei geht es nicht darum, dass ihr Basejumping oder Free-Climbing in absurden Höhen machen sollt (also ich will euch nicht abhalten, falls ihr das vorhaben solltet…).

Es geht darum, dass ihr Gesetze der Gestaltung auch gerne zu eurem Gunsten umlenken dürft! Habt ihr einen euch gewählten Abstand, so halten diesen ein und steht dazu. Ihr benutzt eine recht dominante Schriftart? Dann bleibt dem treu und gestaltet weiter! Euer Layout ist im Anschnitt? Wenn man es noch lesen kann, passt es doch! Begründet eure Entscheidung aber nachvollziehbar, logisch und vor allem nicht subjektiv!

© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur
© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur

Kurzum: Seid mutig in der Gestaltung und seid besonders. Seid nicht eurem Stil, sondern eurer Begründung treu!

Tipp 9: Mach es!

Der letzte Tipp meines kleinen Kreativ-Credos: Mach es!

Wie Shia LaBeouf es 2015 vorgemacht hat: JUST DO IT! 😜

Ohne ein Machen, bleiben Gedanken in deinem Kopf. Es ist nicht schlimm, Sachen zu überdenken oder einen Gedanken mehr zu verschwenden, bevor man etwas angeht. Wichtiger ist es jedoch, dass es irgendwann gemacht wird und euer Kopf eurem Herzen und Bauchgefühl nicht im Wege steht!

© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur
© by Kopf & Hand Kreativ- und Werbeagentur

Einfacher gesagt als getan, aber der mitunter sinnvollste Tipp, den ich euch ans Herz legen kann: Mach es!

Fazit

Das waren meine 9 Tipps für Kreative. Ich hoffe, dass ihr davon etwas für euch nutzen und wenigstens eine Kleinigkeit mitnehmen könnt. Abschließend möchte ich euch noch sagen: Bleibt am Ball und gebt niemals auf! Wenn ihr den Traum habt, in der Kreativbranche zu arbeiten oder weiterarbeiten zu können, so dürft ihr diesen auch in die Tat umsetzen und alles dafür geben. Bisher ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Und lasst dieses ständige Vergleichen mit anderen! „Der zeichnet aber das besser als ich“ – Bla bla! Diese Gedanken können euch lähmen und lassen euch nicht wachsen. Ihr versucht, einen anderen Menschen hierbei zu kopieren und werdet immer in seinem/ihrem Schatten stehen. Steigt die Leiter des Erfolgs alleine hoch und zwar in eurem Tempo! Keiner hetzt euch!

Verliert außerdem nie den Spaß an eurer Arbeit, eurer Passion! ❤️

Nachtrag

Wer mehr über Kreativ- und/oder Denkblockaden und das Lösen dieser, wissen möchte, darf gerne in den Podcast/die Buchlesung von Andreas Jacobs‚ Buch „WHAM!“ bei Spotify reinhören! Das Buch ist auch bei Amazon erhältlich!

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten:

Über den Autor

Felix Fischer

Felix Fischer

Als leiden­­schaftlicher Illus­trator und Typo­graf mit der Affini­tät zur Technik und Moderne, stelle ich die „Hand“ der Agentur dar.

Kategorien

Verpasse keine Neuigkeiten mehr!

Sei nicht schüchtern und melde dich hier für unseren Newsletter an!