Selbstständig in Wilhelmshaven

von | 17.12.2022 | Annes Meinung

Der Weg dorthin

In diesem Beitrag erzähle ich euch, wie Felix und ich in Wilhelmshaven gelandet sind und vor allem aber, warum wir geblieben sind – denn das ist für viele so gar nicht nachvollziehbar. Wilhelmshaven sollte eine Abfahrt, aber nicht das Ziel sein.

Von vorn:

Felix kommt gebürtig aus der Nähe von Kassel, hat dort gelernt und seine Weiterbildung vollzogen, fürs Studium ist er dann nach WHV (seine Stationen ausführlicher findet ihr hier). Eine Stadt, die vorher nicht mal auf der Landkarte für ihn existierte.

Ich kam wegen Felix her. Die Liebe trieb mich also an die Küste. Naja, denn ich bin eingefleischtes Küstenkind. Ich bin an der Nordsee zwischen Büsum und Brunsbüttel in Dithmarschen (Schleswig-Holstein) aufgewachsen, habe in Heide meinen Master absolviert. Das kalte Nass mit Gegenwind kenne ich also in und auswendig.

Für viele die einzig plausiblen Gründe, in Wilhelmshaven zu landen: Die Liebe oder das Studium

oder die Marine, naja oder die Meeresforschungsinstitute – ihr merkt, die Liste ist doch schon etwas länger. 😜

Das Herkommen ist also noch verständlich, aber das Bleiben, das ist das, was viele stutzig macht. Wilhelmshaven hat das Image einer Stadt mit hohem Migrationsanteil, wahnsinnig hoher Arbeitslosigkeit, vielen Leerständen und hoher Kriminalitätsrate. Dieses Image stützen übrigens auch eingesessene Wilhelms­havener:­innen, die ihre freie (Renten-)Zeit damit verbringen, auf u. a. Facebook über die eigene Heimat und die Einrichtungen dahinter zu nörgeln. Prinzipiell hat hier gefühlt jeder was zu meckern. Bevor etwas positives gesagt wird, wird erstmal genörgelt.

Raus aus der Anstellung!

Ich war in meinen Jahren als Angestellte in den aller häufigsten Fällen unzufrieden. Der Hauptgrund: Langeweile, Unterforderung, zu viele Ideen für meine Position – zu viele Ideen und zu viel „Bock“ für jemanden, der „einfach nur seinen Job machen soll“? Die längste und schönste Zeit meiner bisherigen beruflichen Erfahrung habe ich in Dithmarschen in einem Startup verbracht. Ich habe das Unternehmen von Anfang an begleiten dürfen und somit auch den unternehmerischen Background kennengelernt, neben meinen Aufgaben als Projektmanagerin im Onlinemarketing. Mir wurde klar: Das könnte der „Ausweg“ sein, der Weg raus aus der Unterforderung und Langeweile in Unternehmen: Die Selbstständigkeit. Als Betriebswirtin und Wirtschaftspsychologin bin ich – rein förmlich betrachtet – dazu prädestiniert, auch meine Soft- und Hardskills sprachen dafür.

Felix verfolgt schon lange freiberuflich die selbständige Tätigkeit als Grafik- und Webdesigner, bildet sich seit Jahren pausenlos weiter und sein Traum war es schon immer eine eigene Agentur zu gründen. In Kassel war er in einigen Werbeagenturen angestellt und wollte einige Dinge besser machen, Qualität liefern.

Wir wollen gründen!

So stand recht schnell fest, dass Felix und ich etwas gemeinsames auf die Beine stellen wollen, wenn er mit seinem Studium durch ist und meine befristete Anstellung ausläuft. Doch wo soll es hingehen? Eigentlich wollten wir in Richtung Schleswig-Holstein. Wieder näher an Dithmarschen, küstennah, aber urbaner: Vielleicht Bremen, vielleicht Hamburg. Ich wollte schon immer nach Hamburg (auch wenn mir die Stadt eigentlich zu groß ist 😄)!

Pläne sind dazu da, sie zu ändern!

Liebe auf den ersten Blick! Mir gefiel die Stadt am Jadebusen auf Anhieb!

  • Du hast alles in Fußnähe, was du zum Leben brauchst:
    • Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten und auch ein paar Restaurants, Bars, Kneipen und auch eine Shoppingtour kannst du hier starten.
    • Von allem ist deutlich mehr da, als ich es aus meiner „Studentenstadt“ Heide in Dithmarschen kenne!
  • Das Wasser!
    • In 5 Minuten am Bontekai, 15 Minuten zum Banter See und in 20 Minuten am Südstrand und das zu Fuß!🤩
    • Ich dachte, dass ich vorher schon sehr küstennah lebte (20 Minuten mit dem Auto), aber das hier ist ja wohl sowas von mega!!
  • Die Menschen!
    • Es gibt nicht nur Nörgler! 😄Ich wurde herzlich aufgenommen, viele sind offen!Einige sehen in WHV genauso viel Potenzial wie wir, wodurch es schon mal Gemeinsamkeiten gibt
    • Hach, die Menschen sind herzlich kühl mit trockenem Humor, nicht lang schnacken, gleich zum Punkt kommen. So kenne ich es aus Dithmarschen und liebe ich es!
  • Lebenshaltung: Einfach nicht zu ignorieren, die Mieten sind (noch) wirklich günstig und allein weil das Auto hier kaum gebraucht wird, fällt einiges an Fixkosten weg.
  • Potenzial
    • WHV könnte florieren, Potenzial ist in jede Richtung da. Sei es der Tourismus, das LNG-Terminal, die WFG, die die Innenstadt nach vorn bringen möchte.
    • Wilhelmshavener:innen sind dankbar, zumindest die meisten. Sie nehmen „kleine, banale“ Veränderungen/Neuerungen begeistert an. Die besten Beispiele sind die Veranstaltungen hier (Living Statues, Weihnachtsmärkte, Streetart Festival, …), die gut besucht sind, obwohl sie nicht wirklich etwas Besonderes mit sich bringen.
  • Lebensqualität: Alle Punkte führen dazu, dass die Lebensqualität in Wilhelmshaven sehr hoch ist – zumindest empfinden wir es hier so.

Wir erwogen es also doch, hier zu bleiben. Der ausschlaggebende Grund, in Wilhelmshaven zu gründen, war dann tatsächlich, dass unsere jetzige Agentur frei wurde, wir also unseren Office-Standort festlegten.

Gekommen, um zu bleiben!

Felix und ich sind super happy und dankbar, wie sich alles entwickelt hat. Wir sind happy mit der Entscheidung Kopf & Hand in Wilhelmshaven angesiedelt zu haben! Unsere Passion ist nun unser Job!

Motivierte Unternehmer:innen

Die Stadt hat einen tollen Film über Selbstständige in der Süd- und Innenstadt Wilhelmshaven produzieren lassen (übrigens: die Stadt bietet auch Beratung und Förderungen für die Selbständigkeit an). Im Film geht es ebenfalls um die Frage: Warum Wilhelms­haven?

Ihr bekommt spannende Einblicke in die Geschichten vom Café Morgaen, Die Weinprobe, Adieu Grabmale, Kurvenhaven, Mutlus Werkstatt, GOOD DOG Studio, Foto Meyer, Wilhelms Hopven, Küstensenf, Leuchten Lammert, Kleine Wundere und andere Werke und uns (in dieser Reihenfolge!).

➡️ Welchen Eindruck macht Wilhelmshaven auf dich? Kannst du dir vorstellen, hier zu leben und zu arbeiten?

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Über den Autor

Anne Sophie Büsch

Anne Sophie Büsch

Hello, it's me - Anne, der Kopf der Agentur. Ich bin studierte Betriebswirtin (B. A.) und Wirtschaftspsychologin (M. Sc.) mit Schwerpunkt Marketing. Seit 2015 bin ich in verschiedenen Marketingbereichen in unterschiedlichen Branchen tätig. Meine Berufserfahrung lehrte mich, die Theorie in der Praxis anzuwenden und zielführend einzusetzen.

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