Eine persönliche Meinung
Ausbildung oder Studium? Die Entscheidung zwischen einer Ausbildung und einem Studium ist eine wichtige Weichenstellung für viele Menschen, die in die Berufswelt starten möchten. Im medialen Bereich stellt sich die Frage: Ist eine Ausbildung zum Mediengestalter der richtige Weg, oder bietet ein Studium z. B. der Medienwirtschaft und Journalismus bessere Perspektiven? Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile, und die Wahl hängt oft von individuellen Zielen, Interessen und der Karriereplanung ab. In diesem Blogbeitrag beleuchten wir, Lisa (ehem. Auszubildende Mediengestaltung Digital & Print, Schwerpunkt Print) und Amy (Studentin der Medienwirtschaft und Journalismus an der Jade Hochschule Wilhelmshaven), die Unterschiede zwischen diesen beiden Bildungswegen.

Überblick über beide Bildungswege
Nach dem Schulabschluss hast du grundsätzlich zwei Optionen: Ausbildung oder Studium. Solltest du dir noch unsicher über deine berufliche Zukunft sein, kannst du auch durch Praktika oder ein Freiwilliges Soziales/Kulturelles/Ökologisches Jahr wertvolle Erfahrungen sammeln und deine Interessen weiter erkunden. Wenn du jedoch einen beruflichen Abschluss anstrebst, steht die Entscheidung Ausbildung oder Studium im Vordergrund.
Ausbildung
Bei der Ausbildung kann man zwischen einer schulischen und einer betrieblichen bzw. dualen Ausbildung unterscheiden. Bei der schulischen Ausbildung bist du, wie der Name schon sagt, Vollzeit in der Schule. Du lernst also dort alles Nötige für deinen Beruf. Falls dich die schulische Ausbildung interessiert, kannst du hier mehr darüber lesen. Da ich eine duale Ausbildung gemacht habe, möchte ich dir mehr darüber erzählen. Zuerst einmal kann jeder eine Ausbildung machen, egal, welchen Schulabschluss man hat oder wie alt man ist.
Eine duale Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre und du lernst an zwei Orten: in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb. Von deinem Ausbildungsbetrieb erhältst du eine Vergütung, die mit jedem Lehrjahr steigt. In den drei Jahren lernst du neben der Theorie auch, wie du dein Wissen in der Praxis anwendest.
In der Berufsschule schreibst du nach wie vor Klausuren, hältst Präsentationen oder gibst praktische Arbeiten ab. Nach der ersten Hälfte der Ausbildung wirst du zur Zwischenprüfung eingeladen, welche in manchen Berufen auch für die Abschlussprüfung gewertet wird. Am Ende der Ausbildung schreibst du deine Abschlussprüfung. Diese beinhaltet einen theoretischen bzw. schriftlichen Teil und, je nach Beruf, einen praktischen oder mündlichen Prüfungsteil. Aber eins nach dem anderen! 😉

Studium
Für ein Studium benötigst du in der Regel das Abitur oder die Fachhochschulreife und musst Bewerbungsunterlagen wie Lebenslauf und Zeugnisse einreichen. Kreative Studiengänge verlangen manchmal ein Praktikum, ein Portfolio oder es gibt einen Numerus Clausus (NC), der eine bestimmte Mindestnote fordert.
Man kann zwischen Universität und Hochschule unterscheiden: Hochschulen, auch "University of Applied Sciences" genannt, legen den Fokus stärker auf die praktische Anwendung, während Universitäten oft Grundlagenforschung betreiben.
Mein Studium an der Jade Hochschule ist sehr vielseitig und umfasst ein breites Feld von Journalismus und Gestaltung über Informatik bis hin zu Wirtschaft und Kommunikation. Ein Bachelorstudium dauert in der Regel 6 bis 7 Semester, die genaue Studiendauer kann individuell abweichen. In vielen Studiengängen, so auch in meinem, ist zusätzlich ein Pflichtpraktikum integriert, das ich gerade absolviere.
Anders als bei der Ausbildung gibt es im Studium keine Zwischenprüfungen. Jedes Semester gibt es eine bis zwei Prüfungsphasen, in der Klausuren geschrieben und Kursarbeiten zu einem Projekt oder wissenschaftlichen Hausarbeiten abgegeben werden.
Ausbildung oder Studium: Die Inhalte
In meiner Ausbildung gab es neben Deutsch/Kommunikation, Englisch und Ethik fachspezifische Lernfelder. Dazu möchte ich aber auch sagen, dass ich meine Ausbildung in Rheinland-Pfalz gemacht habe. Die Lehrpläne bzw. Lernfelder können sich also von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.
In den Lernfeldern wurden uns dann Themen, wie zum Beispiel Typografie, verschiedene Druckverfahren, HTML & CSS, Fotografie und Bildbearbeitung, Farbmanagement, Corporate Design oder die Aufbereitung von Druckdaten, beigebracht.
Natürlich kommt es bei den Lernfeldern darauf an, welchen Schwerpunkt, also Digital oder Print, du gewählt hast. Solltest du im digitalen Bereich sein, werden sich die Lernfelder im 3. Lehrjahr spezifisch mit digitalen Themen befassen, also zum Beispiel Websiteprogrammierung. Da ich damals den Schwerpunkt Print gewählt habe, ging es im letzten Lehrjahr viel mehr um Druckvorstufe und Weiterverarbeitung.
Im Studiengang Medienwirtschaft und Journalismus (MWJ) werden vielfältige Inhalte vermittelt, die sowohl gestalterische als auch technische und betriebswirtschaftliche Aspekte abdecken. Dazu gehören Themen wie Typografie und Layout sowie Corporate Design, die das visuelle Erscheinungsbild prägen. Fotografie und Medientechnik erweitern die praktischen Fähigkeiten. Im Bereich Webentwicklung lernst du, Websites mit HTML, CSS und JavaScript zu erstellen und Datenbanken mit SQL und PHP zu verwalten.
Außerdem verfasst du journalistische Texte und Videos, entwickelst PR-Maßnahmen und führst Branchenanalysen durch. Medienrecht, empirische Forschung und Projektmanagement ergänzen das Studium um rechtliche, analytische und organisatorische Kompetenzen.

Berufliche Perspektiven
Nach der Ausbildung kannst du direkt in den Beruf einsteigen ohne jegliche Einstiegshürden. Das ist bei vielen Arbeitgebern, gerade in handwerklichen und gestalterischen Berufen, ein Pluspunkt, da du Berufs- und Praxiserfahrung mitbringst. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass du nach der Ausbildung von deinem Ausbildungsbetrieb übernommen wirst. So bist du abgesichert und hast dir das Bewerbungsverfahren gespart. Eine Aufstiegsweiterbildung, etwa zum Meister oder Fachwirt, eröffnet dir bessere Karrierechancen und Führungspositionen. Auch die Selbstständigkeit ist eine Option, besonders im Handwerk oder in Dienstleistungsberufen. Zudem kannst du dich in deinem Fachbereich spezialisieren und so deine Expertise vertiefen. Deine Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sind vielseitig und hängen von deinen persönlichen Zielen ab.
Das Studium der Medienwirtschaft und des Journalismus eröffnet vielfältige berufliche Perspektiven. Absolventen können in kognitiven Bereichen wie Medienanalyse, Content-Strategie oder Kommunikationsplanung arbeiten, in denen analytisches Denken gefragt ist. Fachberufe wie Journalist, Medienmanager oder PR-Experte erfordern ein tiefes Verständnis der Medienlandschaft und Anpassungsfähigkeit an neue Technologien.
Mit entsprechender Erfahrung sind Management- und Führungspositionen möglich, während Beratung und Selbstständigkeit kreative Entfaltung bieten. Auch wissenschaftliche Karrieren in Forschung und Lehre sind möglich. Insgesamt bieten die Berufsperspektiven vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, wobei individuelle Interessen und eine proaktive Herangehensweise entscheidend sind.
Für wen eignet sich welche Option?
Du stellst dir immer noch die Frage: Ausbildung oder Studium? Eine Ausbildung bietet die ideale Gelegenheit, Wissen durch praktische Aufgaben zu erlernen. Zwar gibt es auch theoretische Inhalte, doch stundenlanges Pauken bleibt meist die Ausnahme. Sie ist perfekt für dich, wenn du klare Strukturen bevorzugst und zügig in das Berufsleben einsteigen möchtest.
Ein Studium hingegen richtet sich eher an Menschen, die sich intensiv mit theoretischen Inhalten auseinandersetzen und gerne unabhängig arbeiten. Da es weniger praktische Projekte gibt und oft keine Anwesenheitspflicht besteht, eignet sich das Studium besonders für jene, die noch Flexibilität in ihrer Zukunftsplanung wünschen.
Wenn dich beide Wege ansprechen, ist ein duales Studium die ideale Kombination aus beidem – theoretische Tiefe und praktische Erfahrung.
Unser persönliches Fazit
Abschließend können wir sagen, dass beide Bildungswege Vor- und Nachteile haben. Aber das Schöne ist, du befindest dich in keiner Einbahnstraße! Solltest du dich für eine Ausbildung entschieden haben, aber dir fehlt in manchen Bereichen noch der Tiefgang, also theoretisches Wissen, dann hast du immer noch die Möglichkeit zu studieren.
Excuse me? Wir haben 2024! Wir stehen vor einem Berg voller Möglichkeiten! Ausbildung oder Studium oder doch etwas ganz anderes?
Falls du vor diesem Berg stehst und komplett überfordert bist, dann steht dir auch die Bundesagentur für Arbeit zur Seite und kann dich beraten, welche Option und welcher Beruf am besten zu dir passt. Du möchtest jetzt erstmal kurz nachdenken und nebenbei etwas lernen, dann schaue in unser Design-Lexikon!
Wofür hast du dich entschieden, als du vor dieser Wahl Ausbildung oder Studium standest und warum? Schreib es uns gerne in die Kommentare.






























Ausbildung mit anschließender Weiterbildung – einfach, um abgesichert zu sein!
Safety first – ebenfalls eine tolle Option!📖 Vielen Dank für deinen Kommentar, Johanna.🫶🏻