Ich kaufe meine Brötchen beim Metzger!

von | 30.08.2022 | Annes Meinung

Werbe­agentur = Bäcker

Ein Gedankenexperiment: Ihr kauft eure Brötchen und euer Brot doch sicher bei dem Bäcker, deren Backwaren euch und eurer Familie/WG oder wem auch immer am besten schmecken, oder? Und vorher habt ihr sicher ein paar Bäcker durchprobiert, bis ihr euren liebsten gefunden habt, oder?

Und jetzt stellt euch mal vor, ihr wollt ein Café eröffnen und Backwaren anbieten, die ihr nicht selbst herstellt – dann würdet ihr die Bäcker doch sicher noch akribischer begutachten, Waren probieren, etc., um eure Kunden mit diesen Backwaren zu begeistern, oder? Warum? Ganz klar, ihr wollt und müsst Geld verdienen! Eure Existenz hängt davon ab, ob eure Kund:innen eure Backwaren lieben oder nicht.

Vergleiche sparen Zeit & Geld

Nehmt ihr mögliche Anbieter von Kreativ- und Werbeleistungen unter die Lupe? Vergleicht ihr? Und damit meine ich KEINE Preisvergleiche*. Damit meine ich grundlegende Merkmale, zum Beispiel:

  • Wie einfach sind die Anbieter selbst auffindbar, wenn ihr eine Website/einen Webshop erstellen lassen wollt?
  • Auf welchen Medien sind die Anbieter vertreten, haben sie z. B. einen coolen Instagram-Account, wenn ihr Instagram-Leistungen sucht.
  • Wie sind die Onlineauftritte strukturiert, wie sehen sie aus, wie ist die Usability der Websites und Webshops? Wie sind die Funktionen, wie ist das Design, wie sind die Ladezeiten? Läuft alles, wie man es sich vorstellt? Stichwort: Nutzerfreundlichkeit.

Das ist auf alle Leistungen anwendbar, egal ob im Printbereich, PR, oder für geplante Kampagnen.

Und wenn ihr schon auf der Website der jeweiligen Anbieter seid, dann schaut doch direkt allgemein die Referenzen an – Print, Social Media, PR-Kampagnen, etc. – wer hat diese Leistungen überhaupt umgesetzt? Steckt dahinter wirklich der Anbieter selbst oder war ein externer Freelancer im Spiel? Und sind diese Referenzen echt – also handelt es sich um echte Aufträge oder um Referenzen, die ohne Auftrag erstellt worden sind, um einfach das Handwerk zu präsentieren.

Hat der Werbedienstleister z. B. überhaupt seine eigene Website oder den eigenen Webshop selbst erstellt? Und wenn nicht, warum? Warum erstellt er sich den eigenen Auftritt nicht selbst, will dir aber genau diese Leistung anbieten (die für ihn selbst anscheinend nicht gut genug war) – klingelt’s? 😜 Warum solltest du bei einem Bäcker einkaufen, der seine eigenen Backwaren nicht isst?!

Kurzer Exkurs: Der Wolf im Schafspelz… oder so ähnlich

Oder noch schlimmer: Warum solltest du Backwaren bei einem Metzger kaufen, der die Waren nicht mal in einer Bäckerei, sondern in seiner Metzgerei herstellt. Klingt absurd?! Naja, ist es leider nicht. Zumindest nicht, wenn wir diese Vorstellung auf „unsere“ Branche transferieren. Es gibt so viele Dienstleister, die auf den ersten Blick „Werbeagenturen“ sind. Diese Anbieter sind aber alle spezialisiert. Wir sind super im Bereich Branding, Design, Konzeption und Strategie, Webdesign (wozu auch Onlineshops und Blogs zählen) und Onlinemarketing und bieten Beratungen und Schulungen zu diesen Themen an – alles für kleine und mittelgroße Unternehmen. Andere können mega geile Bewegtbilder produzieren, erstellen super hochwertigen Social-Media-Content und durchblicken alle Instagram-Algorithmen, um deinen Vertrieb über Social Media aufzubauen. Genauso wie wir keine Videografen sind, sind diese Anbieter keine Cracks für ganzheitliche medienübergeifende Werbestrategien oder Webdesigner. Es sind jeweils weder die Grundlagen des Wissens noch die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen. Anderes Beispiel aus unserem Bereich sind Werbetechnik und Werbeagentur – das sind zwei verschiedene Handwerke (oder auch mehr). Werbetechniker sollten keine Websites bauen oder Kampagnen designen. Genauso wenig sollten wir als Webeagentur hier einen Plotter oder Industriedrucker ins Büro stellen – einfach weil wir keine Ahnung von dieser Art Technik haben. Im besten Fall also übernimmt eine Agentur die Strategieentwicklung und das dazugehörige Design und überlässt die druckspezifischen Details und Montage der Drucke einem Werbetechniker.

Exkurs Ende.

Willst du wirklich so viel Lehrgeld zahlen?!

Hier geht es schlichtweg um eure Existenz und Geld – viel Geld. Es geht hier nicht nur darum, erst einmal eine Summe x für die Leistung hinzublättern. Es geht ja viel mehr darum, was aus dieser Leistung resultiert! Neukundengewinnung, direkte Produktverkäufe, Imageaufbau, oder, oder, du wirst schon wissen, was du dir von der Leistung versprichst!

Also mache dir mal Gedanken, wenn du bei deinem eigenen Brötchenkauf auf die Qualität der Waren achtest, dann solltest du noch viel mehr darauf achten, wie die Qualität / Voraussetzungen der Anbieter sind, die einen Grundstein für deine Existenz legen sollen und du dafür mehrere tausend Euro in die Hand nimmst!

Ist es das wert, so viel „Lehrgeld zu zahlen“ nur weil etwas Recherche zu lange gedauert hätte, um dann aber vorab feststellen zu können, dass ein anderer Dienstleister die bessere Lösung hätte erbringen können – und das vielleicht sogar für weniger Geld. Wer günstig kaut, kauft doppelt liebe Leute! 💸

Klingt alles voll logisch, oder? Das ist aber auch die Crux, es ist so logisch, dass man es als selbstverständlich sieht (Stichwort Hygienefaktor). Natürlich geht man davon aus, dass ein Bäcker backt und kein Metzger. Dass ein Metzger schlachtet und kein Bäcker…! Denkt dran.

*Zum Thema Preisvergleich:

Tut euch den Gefallen und schließt nicht von der Höhe der Stundensätze auf die Kostenhöhe der gewünschten Leistungen!

Wir können hier kurz über uns sprechen: Wir nehmen höhere Stundensätze als manche Mitbewerber:innen aus der Region. Wir können dennoch vergleichbare bzw. hochwertigere Leistungen für einen besseren Preis anbieten. „WAAAAS?!“ Ja, ganz einfach, wa?

Das Geheimnis:

Das liegt einfach an der Effizienz der Arbeit. Das gilt selbstverständlich auch für andere Agenturen. Höhere Stundensätze bedeuten unserer Meinung nach einfach nur, dass der jeweilige Dienstleister sich eine Strategie erschaffen hat, um möglichst effizient und somit auch schneller als andere arbeiten zu können, bei gleicher bzw. meist qualitativ hochwertigerem Ergebnis. Dadurch, dass diese Dienstleister schneller liefern können und Vorarbeit zur Prozessentwicklung ihrer Effizienzsteigerung geleistet haben (was meist auch einfach mit Berufs- / Arbeits- / Projekterfahrung einhergeht), können und sollten sie natürlich auch einen höheren Stundensatz verlangen können. Wenn also ein Dienstleister der 150 € / Stunde nimmt, 40 Std. für die Erfüllung einer Leistung braucht und ein anderer benötigt 100 Stunden, nimmt aber „nur“ 60 € / Stunde, dann ist der auf den ersten Blick teurere Anbieter unter dem Strich genauso teuer (ABER vor allem schneller, wodurch du wiederum Zeit/Geld sparst bzw. schneller dein Ziel erreichen kannst, z. B. Produkte zu verkaufen)! Win-Win! Klingt nach einer krassen Zeitdifferenz, solche Abweichungen sind aber möglich.

Wo noch die Alarmglocken läuten sollten: Paketpreise!

Wir sind Verfechter davon, keine Paketpreise anzubieten. Wir sind der Meinung, dass jedes Vorhaben, jedes Unternehmen viel zu individuell ist, um ohne Vorwissen pauschal Paketpreise raushauen zu können! Standard-Pakete lassen in der Regel darauf schließen, dass der Dienstleister jedem Kunden ein vorgefertigtes Gerüst verkauft, welches jedem Kunden lediglich abgewandelt verkauft wird. Heißt, das Logo, Bilder und Farben werden ausgetauscht – that’s it. Das gilt für Websites, Onlineshops und Blogs, aber auch für verschiedene Printprodukte wie Visitenkarten, Flyer, Plakate für wiederkehrende Themen und auch Logos!

Ihr kauft somit KEINE individuelle Leistung, das muss euch klar sein! Wenn das für dich kein Problem ist, dann Go for it! Aber seid euch bewusst, dass ihr woanders für vermutlich gar nicht so viel mehr Kohle individuelle Beratung und ein individuelles Produkt bekommen hättet.

Also:

  • Holt euch individuelle Angebote ein
  • Vergleicht Endpreise für vergleichbare Leistungen und keine Stundensätze
  • Schaut euch Referenzen der Dienstleister an

UND hört auf euer Bauch­gefühl!

Kommt ihr mit den Leuten, mit denen ihr mindestens während der Projektzeit zusammenarbeitet, klar? Habt ihr Lust, diese Leute nach der Projektzeit noch zu kontaktieren, um Fragen zu klären oder euch beraten zu lassen?

Nein? Dann lasst es! Dann arbeitet nicht mit diesem Anbieter zusammen. Ihr tut nicht nur euch den Gefallen, sondern auch dem Anbieter. Ihr könnt euch nämlich sicher sein, dass solche Bauchgefühle öfter als ihr euch es wünscht auf Gegenseitigkeit beruhen. Sorry! 🤭 Wir sind doch nur alle individuelle Wesen, die nicht Best-Friend mit jedem sein wollen/können (und wenn ja – dann klingelt’s wieder, wa?! 😄)

Für jeden Topf gibt es einen Deckel! Für jeden Kunden und jedes Projekt gibt es einen Kreativ-Dienstleister!

Auf dem Boden bleiben!

„Disclaimer“: Dieser Artikel richtet sich an Unternehmen, die sich keine riesigen Werbeagenturen leisten können/wollen und somit tatsächlich mit den Personen im direkten Kontakt stehen, die auch an der operativen Umsetzung beteiligt sind. Genau von diesen Agenturen/Dienstleistern ist auch hier die Rede: Kleine Agenturen (1 bis 15 Mitarbeiter).

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Über den Autor

Anne Sophie Büsch

Anne Sophie Büsch

Hello, it's me - Anne, der Kopf der Agentur. Ich bin studierte Betriebswirtin und habe einen Master in Wirtschaftspsychologie - in beiden Studiengängen lag mein Schwerpunkt im Marketing. Seit 2015 war ich in verschiedenen Marketingbereichen in unterschiedlichen Branchen tätig. Meine Praxiserfahrung lehrte mich, die Theorie in der Praxis anzuwenden und zielführend einzusetzen.

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